Textiles Werken

Textiles Werken
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Unterrichtende Lehrkraft:
Der Unterrichtsgegenstand Textile Werkerziehung vermittelt Schüler/innen je nach Interessenslage, Altersstufe und Entwicklungstand Inhalte aus den Bereichen:

  • Textiltechnologie
  • Design- Gestaltungstechniken
  • Kleidung und Mode
  • Kultur- und Textilgeschichte
  • Wohnen, Raumgestaltung

Leider wird dieses Fach in breiten Bevölkerungsschichten noch immer nur mit „Häkeln und Stricken“ assoziiert. Oft wird auch hinterfragt, warum das „Tätigsein“ und das Herstellen von Dingen überhaupt notwendig ist, wo doch alles gekauft werden kann.

Worum geht es eigentlich in der Textilen Werkerziehung?

Selbstgemachte Produkte werden aus verschiedenen Materialien und Werkzeugen hergestellt.
Dabei geht es im Wesentlichen um die Förderung:

  • von Einsichten in Produktionsprozesse (von der Idee zum Produkt),
  • der persönlichen Gestaltungsfähigkeit,
  • der taktilen und optischen Wahrnehmung,
  • der Kreativität,
  • der Individualität,
  • der Augen-Handkoordination,
  • der Handgeschicklichkeit,
  • der Vernetzung beider Gehirnhälften durch beidhändiges Arbeiten,
  • des Selbstwertgefühls

Lange geht es nicht mehr nur um das Erlernen von Techniken, wie sie aus der eigenen Schulzeit bekannt sind.
Werkerziehung ist Lernen mit Herz, Hand und Hirn und für Knaben und Mädchen gleich bedeutend.

Immer klarer weist die Hirnforschung nach, dass Hand und Hirn in einer faszinierenden Wechselbeziehung stehen. Die Entwicklung der Motorik beeinflusst wesentlich die Entwicklung geistiger Fähigkeiten.
„Die Entwicklung der Hand geht gleichen Schrittes mit der Entwicklung der Intelligenz.“
(Helmig, aus Montessori-Pädagogik)

Große Pädagogen (Montessori, Piaget, Steiner, usw.) sind und waren überzeugt, dass es unerlässlich ist, dem Kind von Geburt an die Möglichkeit zu geben, seine Hände zu schulen, sie zu bilden. Gerade in unserer technisierten Zeit ist es besonders wichtig dies zu tun.
Wie bedeutsam das Tun ist, beweist auch die Tatsache, dass handlungsorientierte Konzepte immer öfter im therapeutischen Bereich angewendet werden (Ergotherapie, Maltherapie, Reittherapie, Physiotherapie,usw.).
Im handlungsorientierten Unterricht der Werkerziehung wird diesen Anforderungen in großem Ausmaß Rechnung getragen.
(Text: Katharina Ortner, Fachinspektorin für Werkerziehung).

Wissen ist nur ein Teil des Verstehens –wirkliches Verstehen kommt erst mit Anwendung und praktischer Erfahrung des Erlernten.