So ein Extrablatt kann sich aus einer Vielzahl von Zutaten zusammensetzen: Die Kontrolle der Mächtigen, die Stärkung der Urteilskraft, das Ausleuchten von Fragen und Orientierung in den Arenen der Öffentlichkeit oder die Anteilnahme für die Anteillosen in der Gesellschaft stehen Schattenseiten gegenüber wie die manipulative Stimmungsmache und die Sensationsgier, Fake News oder die Multiplizierung von Vorurteilen. Ein perfekter Stoff für einen Theaterabend, ein perfekter Stoff für die 5b in der Zuschauerrolle. Und so machte sich die Klasse mit Prof. Jürgen Nemec auf nach Mödling, wo im hiesigen Stadttheater die gesellschaftskritische Komödie „Extrablatt! Extrablatt!“, eine Bearbeitung des Broadway-Klassikers „Front Page“ von Ben Hecht und Charles MacArthur, zum Besten gegeben wurde. Der legendäre Filmemacher Billy Wilder machte daraus 1974 einen Welthit, als er Jack Lemmon und Walter Matthau in den Hauptrollen groß aufspielen ließ.
Just als der erstklassige Reporter Hildy seine Stelle beim „Chicago Examiner“ zugunsten des Eheglücks an den Nagel hängen möchte, grätscht eine „Story“ aus der antikommunistischen Massenhysterie der 1950er Jahre in sein Vorhaben: Ein zum Tode verurteilter Polizistenmörder und Kommunist entkommt in einer Slapstick-Szene aus seiner Zelle und wird von Hildy und seinem intriganten Chef Walter in dem Schreibtischschrank eines Presseraumes versteckt. Aus der Melange mit einem dümmlichen Sherrif, einem skrupellosen Bürgermeister und jeder Menge Schlagzeilen hinterherstolpernder Reporter entspinnt sich eine rabenschwarze Komödie.
Die Schülerinnen und Schüler waren von der Inszenierung des Stadttheaters Mödling begeistert und das Stück bot eine Reihe von Reflexions- und Gesprächsfäden, die in der Nachbesprechung eifrig miteinander verknotet wurden.
