ZIB 2-Moderator Armin Wolf im KLG

Etwa 700.000 Interessierte sehen tagtäglich die Zeit im Bild 2. Am vergangenen Freitagvormittag, dem 24.11.2023, lud Armin Wolf nicht auf den heißen Interviewstuhl ins ZIB 2-Studio, sondern stand selbst Rede und Antwort. Und zwar im KLG. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der 6. bis 8. Klassen sprach einer der bekanntesten Journalisten und Fernsehmoderatoren Österreichs über seinen Jobs, erklärte die Kniffe, die Rollenverteilungen und Situationen in Interviews, gab aus erster Hand Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Medien und Politik, betonte die so wichtigen demokratiepolitischen Funktionen des Journalismus und die Bedeutung eines kritischen Reflexionsvermögens auf die Diskurse der Macht und der Mächtigen.

Legendäre ZIB 2-Interviews
Dabei ging Armin Wolf, seit mittlerweile mehr als 20 Jahren der bekannteste ZIB 2-Moderator, offen und direkt auf die vielen Fragen des jungen und vor allem interessierten Publikums ein, oftmals garniert mit Erzählungen von persönlichen Erlebnissen im Rahmen seiner ereignisreichen Arbeit. Freilich durften in der zweistündigen, zugleich sehr kurzweiligen Gesprächsrunde Highlights wie das Interview mit einem damals die Contenance abgebenden Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll zu Subventionen an seine Privatstiftung (2006) ebenso wenig fehlen wie Hintergründe zu dem 2018 geführten ausführlichen Interview mit Wladimir Putin.

Warum Armin Wolf so interviewt, wie er interviewt
Anschaulich erklärte Wolf seinen Interviewstil, der ihm zahlreiche Auszeichnungen (mehrfacher „Österreichischer Journalist des Jahres“, 2019 auch „Europäischer Journalist des Jahres“ usw.), aber auch Kritik und zuweilen Unverständnis einbrachte. Schließlich begegnen in Fernsehinterviews einander zwei unterschiedliche Rollen mit häufig konträren Zielsetzungen: Als Journalist sieht Wolf seine Aufgabe darin, die Öffentlichkeit zu informieren, Transparenz in oftmals verschlungene Zusammenhänge zu bringen und gemäß der Kritik- und Kontrollfunktion von Medien politische Vertreter*innen mit kritischen Argumenten zu konfrontieren, damit sie aufgefordert werden, sich zu erklären. Unterbrechungen, Nachhaken und kritische Rückfragen seien notwendige Mittel, um Interviewgäste, die in der Regel mit vorgefertigten Antwortbausteinen ins Studio kommen, um ihre Wunschbotschaft an die Wählerschaft zu bringen, an die eigentlich gestellte Frage zu erinnern.

Medienkunde, Demokratiebildung und einiges zum Schmunzeln
So gelang es dem Medienprofi Armin Wolf, auch einen kleinen Crash-Kurs in Sachen Medienkunde – Nach welchen Kriterien werden aus Geschehnissen Nachrichten? Wie lassen sich Fake News entlarven? – auszurollen, ohne dabei in einer (vermeintlich) trockenen Theorie-Vorlesung zu landen. Er verriet, wie akribisch und umfangreich die Vorbereitungen auf das international beachtete Putin-Interview, aber auch wie erschreckend vorhersagbar die Antworten des autoritären Kreml-Chefs waren. Die rhetorischen Tricks und Finten, mit denen unbequeme Fragen umschifft werden sollen, holte Wolf plastisch vor den Vorhang. Auch das Schmunzeln kam nicht zu kurz, als er über Momente erzählte, in denen er selbst vor laufender Kamera (fast) zu schmunzeln begann…

Offenes Ohr für die Schüler
Prof. Mag. Christian Kowatsch gelang es, nicht nur einen der wichtigsten Journalisten des Landes für ein Gespräch mit Schüler*innen des KLG zu gewinnen. Vor allem gelang es, mit dem prominenten Gast wichtige Fragen der Medienarbeit und der Verknüpfung zwischen Journalismus und demokratischer Öffentlichkeit zur Sprache zu bringen. Der geborene Innsbrucker Armin Wolf, der für sein Kommen keinerlei Honorar in Rechnung stellte, nahm sich auch nach dem Publikumsgespräch noch viel Zeit, um mit einzelnen Schüler*innen zu plaudern, Bücher zu signieren oder für Selfies zur Verfügung zu stehen.

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