Besuch der BUCH WIEN

Unsere 7B besuchte im Rahmen ihres Deutschunterrichts mit Mag. Christian Pribitzer  die internationale Messe BUCH WIEN in der Halle D der Messe Wien und wohnte dabei einer vom österreichischen PEN-Club organisierten und von Cornelius Hell moderierten Podiumsdiskussion zum Thema “Das umkämpfte freie Wort. Die Bedrohung der Meinungsfreiheit weltweit.” bei.

Am Podium diskutierten Hannes Tretter von der Organisation Reporter ohne Grenzen, der darauf hinwies, dass es in Österreich seit den 2000er Jahren verstärkte Versuche der Einflussnahme seitens der Politik auf Medien und Journalisten gebe und Österreich daher auf der weltweiten Skala zur Freiheit der Medien und Journalisten von Platz 11 auf Platz 16 abgerutscht sei. Angeführt wird diese Wertung fast schon “traditionell” von skandinavischen Ländern (Norwegen vor Finnland und Schweden), auf den letzten Plätzen finden sich Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan wieder. Was den Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu Informationen seitens der Regierung betreffe, sei die Situation im internationalen Vergleich noch viel schlechter, da sich Österreich in diesem Bereich auf einem der letzten Plätze befinde. Der Staat berufe sich dabei in vielen Bereichen auf das “Amtsgeheimnis”, das es in dieser Form in nicht mehr vielen Ländern gebe.

Björn Tunbäck, ein eigens aus Schweden für diese Diskussion angereister Journalist, berichtete über den konkreten Fall des schwedischen Journalisten Dawit Issak, der 1986 als Flüchtling aus Eritrea nach Schweden gekommen war und 1992 die schwedische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Nach der Unabhängigkeit 1993 war er in sein Heimatland zurückgekehrt und begann sich mit einer von ihm gegründeten Zeitung für die Meinungs- und Redefreiheit einzusetzen. 2001 wurde er – vermutlich aus politischen Gründen – inhaftiert und sitzt seitdem, also seit 18 (!) Jahren, ohne Kontakt zu seiner Familie im Gefängnis. Mehrere Kampagnen schwedischer Medien, die sich unter dem Namen free Dawit für die Freilassung des Journalisten einsetzten, blieben bisher ohne Erfolg.

Ishrage Mustafa Hamid, eine in Wien lebende sudanesische Journalistin, erzählte über die jahrelangen Bemühungen der sudanesischen Exil-Community, zu Veränderungen in Richtung Demokratie und Meinungsfreiheit in ihrem Heimatland beizutragen.

Wolfgang Martin Roth, Mitglied des österreichischen PEN-Clubs stellte die Aktivitäten der writers-in-prison-Committees vor, das sich für verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller einsetzt und mit halbjährlich veröffentlichten Berichten versucht, diese Problematik ins Licht einer medialen Öffentlichkeit zu rücken. Um dem Publikum die Dramatik der Situation vor Augen zu halten, stellte Herr Roth fest, dass – statistisch gesehen – alle 4(!) Tage auf der Welt ein Journalist bzw. eine Journalistin ermordet wird!

Der Rechtsanwalt Thomas Höhne betonte die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements für das Thema “Meinungs- und Pressefreiheit” und wies darauf hin, dass jeder Einzelne  und jede Einzelne durch (ideelle oder materielle) Unterstützung von NGOs wie zum Beispiel Amnesty International, die sich auf diesem Gebiet engagieren, einen kleinen, aber immens wichtigen Beitrag zur Verteidigung bzw. zum Erreichen von Meinungsfreiheit weltweit leisten könne.

Nach dieser sehr informativen Podiumsdiskussion hatten die Schülerinnen und Schüler auch noch Zeit, die Ausstellungsstände der einzelnen Verlage auf eigene Faust zu erkunden, in Neuerscheinungen zu schmökern und sich Leseanregungen zu holen…

 

 

 

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